Donnerstag, 22. August 2013

kunterbuntes Durcheinander...

Ihr Lieben,

ich bin überwältigt von der Anteilnahme aller Menschen wegen unserer Pippilotta. Danke! Das tut so gut. Unsere Nachbarn halten wirklich die Augen offen. Sie trösten uns damit, denn wir wissen, wir können nicht überall gleichzeit sein und schauen und rufen. 
Noch immer gibt es nichts Neues. Kein Pippilottchen in Sicht! Wir geben nicht auf, hoffen, verteilen Handzettel und Plakate. Auch im Internet werde ich noch einige Suchmeldungen veröffentlichen, denn sie kann schnell den Ort wechseln und plötzlich woanders sein, wo noch niemand sie kennt, oder weiß, dass sie vermißt wird.
Seit 1 1/2 Wochen fließen hier jeden Tag Tränen. Wir haben ein Kistchen mit Erinnerungen gemacht und ein Buch angefangen, in dem wir ihre Eigenarten und Liebenswürdigkeiten festhalten....



Ich selbst bin noch immer völlig durcheinander und kann mich nicht lange auf etwas konzentrieren, weshalb ich Euch jetzt einfach mal mit Bildern meiner Arbeiten und Lädchen der letzten Woche überflute ... Ich hoffe, es gefällt Euch








































Ich hoffe, Ihr seid nicht davon geschwommen. War doch etwas viel... ;-) Den Schmuck zeige ich Euch besser ein andermal. 

Ganz liebe Grüße von Chris
bleibt gesund ♥

Mittwoch, 14. August 2013

sehr schwarze Tage zur Zeit :-(

Ihr Lieben,

ich habe mich sooo lange nicht hier sehen lassen. Dabei habe ich so viel zu zeigen und erzählen. Die letzten vier Wochen waren gefüllt mit Herrn Emmas Urlaub, Streichen, Sägen, Schleifen, Pflanzen, Räumen, Häkeln, Bauen.... Es war ja Bombenwetter und einfach herrlich. Dann mein Geburtstag mit soooo süßer, lieber Post. Aber irgendwie ist das jetzt alles in den Hintergrund gerückt und scheint so furchtbar unwichtig, weil unsere Pippilotta seit Sonntag verschwunden ist.

Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie es uns geht.... Ich glaube, es ging mir noch nie so. Doch, einmal während einer Trennung......
Vielleicht versteht ihr das gar nicht und denkt: dass ist doch nur ein Tier, oder: Katzen sind oft unterwegs. Ich weiß auch nicht, ob ich es Euch erklären kann, aber ich möchte es gerne versuchen, denn irgendwie scheint es zu helfen, meine Gedanken und Gefühle in Schrift zu verwandeln und festzuhalten.


Wo fange ich an? Mit den Fakten:
Am Sonntag früh gegen 7.00 (wahrscheinlich etwas früher), bin ich aufgewacht und fand einen toten Vogel neben meinem Bett (find ich auch nicht so klasse, aber erklär mal ner Katze, sie soll die Pfoten von den Vögeln lassen). Mia lag auf dem Bett, wie immer. Da das die reguläre Fütter-Zeit ist bin ich aufgestanden, habe in der Küche das Futter zurecht gemacht und bin auf den Balkon gegangen, um Sam und Pippilotta zu rufen. Sam saß laut meckernd am Tor (da kann man durch auf die Straße schauen - wir haben es vor vier Wochen mit Katzennetz bespannt, damit sie nicht einfach durchlaufen können). Pippilotta war nirgends zu sehen.

Wir haben sofort geduscht und uns angezogen und sind dann in den umliegenden Straßen herumgelaufen und haben sie gerufen. Nichts! Eine Nachbarin war auch schon wach. Sie hatte nichts gesehen.

Jetzt kurz zu unserem Hof und Tor, damit ihr wißt, wovon ich hier rede:
Unser Hof ist zur Straße hin offen.






Die Bilder sind schon einige Jahre alt, aber das Tor hat sich nicht verändert. Außer das wir das große Schiebetor jetzt zugeschoben haben und die ganze Länge mit Katzennetz bespannt haben. Auf dem letzten Bild in der Mitte ist Sam. Vor ca. 5 Jahren waren wir mit Sam und Mia immer mal im Hof. Dann fünf Jahre nicht mehr. Zu viel Angst. Vor 1-2 Jahren hat Herr Emma den Katzen ein Freigehege gebaut. Auf dem letzten Bild sieht man ein Vordach, das führt zum Kellereingang. Dort anschließend hat er das Gehege gebaut, in das die Katzen durch eine Katzenklappe ins Haus können. Der Brüller war das Ding aber nicht für die Süßen. Aber sie konnten mal im Schnee rumhüpfen und Katzengras gab es, und Herr Emma hat rundherum auf mehreren Ebenen Bretter angebracht, auf denen sie schlafen, gucken, rumhüpfen können.
In den letzten Monaten hat Sam uns sehr deutlich gemacht, dass er unbedingt raus will. Ich erinnere mich, dass die "Zieheltern", bei denen Sam und Mia geboren sind, auch gesagt haben: "Der Sam will wahrscheinlich mal raus, aber vielleicht habt ihr ja Glück".
Sam hing an der Haustür, hat dran gepinkelt und den ganzen Tag gejammert. Wir haben so mit uns gekämpft. Es ging über Monate. Wir dachten: Sam will raus, ganz klar, Pippilotta geht bestimmt freudig mit, ist aber ganz glücklich und zufrieden, Mia muss nicht unbedingt raus. Wir hatten solche Angst vor der Sorgen, wenn sie mal nicht nach Hause kommen.......
An einem heißen Morgen in Herrn Emmas erster Urlaubswoche haben wir dann das Netz angebracht, damit die Katzen sich, wenn sie ganz raus wollen, ein bißchen anstrengen müssen. Es durfte in unserer Vorstellung nicht ganz so leicht sein. Aber wenn sie unbedingt wollen, sollten sie können. Um der Katzen willen....dachten wir...

Wir haben die schönsten vier Wochen seit Jahren mit den Katzen im Hof verbracht. Ehrlich. Es war so, wie ich es mir gewünscht hatte: Das Wetter war herrlich, wenn auch bisschen arg heiß, wir waren fast nur im Hof, die Katzen bei uns.... Auch wenn Sam sich gleich die Pfoten auf den heißen Steinen verbrannt hat, in der ersten Nacht über die Dächer (nicht über das Tor, über das er locker drüber käme) ausgebüchst ist, dann wieder zurück kam und laut gebrüllt hat, weil er alleine vom Dach nicht mehr runter kam, Pipplotta in der darauffolgenden Nacht von außen auf das Katzengehege geklettert ist und ebenfalls alleine nicht mehr runter kam. Außerdem haben wir in dieser Zeit bei Sam einen "Knoten" festgestellt. Letzten Freitag (zwei Tage vor Pippilottas Verschwinden) wurde er operiert. Auch da schon große Angst, aber das hier ist viel Schlimmer!

Eim paar Eindrücke der letzten Wochen: (auch das erste Bild von Pippilotta oben)


















Die letzten Bilder sind von meiner Geb-Feier.

Und jetzt schaut Euch bitte Pippilotta im März 2010 an, als sie gerade zu uns kam, knappe 6 Monate alt. Sie wurde mit ca. 8 Wochen auf der Straße gefunden, keine Geschwister oder Mama in Sicht, ganz alleine. Also einen Überlebensinstinkt hat die Nudel ♥



Kleines, spilleriges Kätzchen, konnte nicht ruhen, nicht schlafen, war immer zum spielen bereit, total ängstlich und neugierig, rastlos, als wöllte sie keine Gelegenheit verpassen, wenn jemand mit ihr Spielen will..... Zum Essen keine Zeit.

Und schon nach wenigen Wochen war sie zu einer kleinen Schönheit gereift. Sie konnte endlich ruhen. Zum ersten Mal auf mir drauf, was sie bis heute (also bis vor Kurzem) beibehalten hat.


Im Juli 2010 kurz nach ihrer Kastration und der Tätowierung (die grüne Farbe am Pfötchen ;-) 
Sie ist so aufgeblüht in den knapp 3 1/2 Jahren bei uns. Wir haben sie so doll ins Herz geschlossen. Wir lieben sie unendlich ♥ Sie ist voller Lebensfreude und Lebensdrang, wird wohl nie erwachsen, kann apportieren, ist 3 Tage mit einem Papierkügelchen glücklich, leckt wie eine Ziege alles ab (auch mich jeden Morgen im Bett), kann viele Sprachen, klettert wie ein Affe, springt aber nicht besonders gut, wackelt beim Gehen mit dem Hintern, beim Rennen überholt sie ihr Hintern immer, holt sich ihre Streicheleinheiten, wenn sie sie braucht, ansonsten ist sie not amused, wenn man sie hochnimmt,....


Wo ist sie nun, meine süße kleine Nudel? Noch in Langgöns, am Rumhüpfen und Freiheit genießen? Irgendwo in einem Keller, Garage, Schuppen, Gartenhäuschen eingesperrt? Hält sie sich verletzt irgendwo verängstigt versteckt? Füttert sie etwa jemand durch und lockt sie? Wurde sie entführt um sie für Tierversuche zu mißbrauchen? Wurde sie mitgenommen, weil jemand ein süßes Kätzchen haben will? Hat sie sich verirrt und findet nicht mehr nach Hause?

Es gibt so viele Möglichkeiten und wir sind völlig verzweifelt. Diese Ungewißheit macht uns total fertig. Wir schlafen nicht mehr und der Appetit ist uns vergangen. Ausgerechnet jetzt muss Herr Emma wieder arbeiten und wäre doch am liebsten hier, um nach ihr zu sehen..... Ich gehe drei mal am Tag 1-2 Stunden durch die Gegend, entweder hier in der Nähe, oder Hinweisen von aufmerksamen Langgönsern folgend, und rufe und suche, verteile Zettel in Briefkästen, Plakate (von Tasso erwarten wir noch welche....) und schaue mir die Gegend an und versuche mich in unser quietschlebendiges, dankbares, scheues, neugieriges Kätzen hinein zu versetzen....

Jeden Tag Hoffnung und wieder Hoffnungslosigkeit. Wir weinen und lächeln, wenn wir an sie denken. Wir geben die Hoffnung noch lange nicht auf und werden ihr einen Platz im Bett frei halten, in unserem Herzen sowieso.

Ich hätte noch tausend mehr Gedanken, die festgehalten werden wollen, aber jetzt kann ich nicht mehr. Und ihr wahrscheinlich auch nicht.
Ich hoffe, ich kann bald wieder normal arbeiten, ohne ständig vor die Tür rennen zu müssen, das heißt, mich wieder darauf konzentrieren. Momentan geht das nicht. Ich bin nicht bei der Sache.

Dieses Posting war nicht erfreulich und kreativ. Aber bei keinem von uns sind alle Zeiten rosig. Meine ist gerade sehr schwarz und warum sollte ich das nicht laut sagen? So bin ich, und wahrscheinlich hält es mich gesund, wenn ich mit allem gleich aus mir raus gehe....

In diesem Sinne, nehmt es mir nich übel. Ich bin bestimmt bald wieder "die alte".

Eure Chris